Was bisher geschah

Vor 2016

Ein Haus wird zum Rockstar

Schon bald nach seinem Start im Jahre 2007 hatte sich das Rockhaus zu einer der ersten Adressen für Musikerproberäume in Berlin entwickelt. Dementsprechend wurden vom Gründer und Betreiber Dirk Kümmele umfangreiche Einbauten zum Schallschutz vorgenommen und schließlich die Umnutzung des ehemaligen Bürogebäudes für den neuen Zweck beantragt und genehmigt.

Sicherheit, auch wenn’s heiß wird

Damit einher gingen unter anderem auch neue Anforderungen an den Brandschutz. Beispielsweise nützt die Feueralarmsirene auf dem Flur wenig, wenn eine am Anschlag rockende Metal-Band sie einfach nicht hört. Also wurde ein neues Brandschutzkonzept entwickelt und umgesetzt. Verschiedene neue Dinge wurden eingebaut wie Brandschutztüren oder Blitzlampen in jedem Proberaum, ein neuer Brandschutzbevollmächtigter wurde ernannt und alle Musiker wurden umfangreich über alles belehrt und mussten zur Unterschrift antreten. Alles geschah mit äußerster Akribie.

2016

Brandschutz OK …

Bei einer technischen Abnahme kam dann ein Sachverständiger auf die Idee, in eine Zwischendecke hineinzukriechen. (Bis dahin war noch niemand auf diesen Gedanken gekommen.) Dort fand er einigen alten Kabelsalat vor, der noch aus der Zeit stammte, als Post und Telekom das Haus nutzten. Da diese Kabelstränge im Brandfall die Menge an brennbarem Material (die „Brandlast“, wie der Fachmann sagt) unnötig erhöht hätten, erging die Auflage, diese noch zu beseitigen. Schließlich geschah auch das und damit war das Thema Brandschutz eigentlich erledigt.

… aber Scharfstein will kündigen

Der Einzige, der das anders sah, war Hauseigentümer Scharfstein, welcher das Gebäude ein Jahr zuvor gekauft hatte. Der nahm nun diese Begebenheit mit dem Kabelsalat zum Anlass, seinem Betreiber Kümmele die außerordentliche Kündigung auszusprechen, weil dieser den Brandschutz vernachlässigt habe. Regulär endet der Mietvertrag zwischen Kümmele und Scharfstein erst Ende 2023. Selbstverständlich klagte Kümmele gegen die Kündigung, jedoch sah das Landgericht Berlin die Kündigung als gerechtfertigt an. Kümmele hat zwischenzeitlich dagegen Berufung eingelegt.

2017

Die Öffentlichkeit wird aufmerksam

Mit einer Mieterversammlung im Februar, bei der auch die Berliner Abendschau des RBB live berichtete, rückte das Rockhaus dann deutlich ins mediale und öffentliche Interesse. Kultursenator, Bezirksbürgermeister und weitere Politiker auf Bezirks- und Landesebene bekundeten ihren Unterstützungswillen und stellten das öffentliche Interesse der Stadt und des Bezirks am Erhalt des Rockhauses klar. In der Folge berichteten Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen verstärkt über das Rockhaus.

Scharfstein verliert die Nerven

Zu einem bizarren bis lustigen Vorfall kam es dann am Vorabend der zweiten Mieterversammlung: Scharfstein verschafft sich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion Zutritt zum Rockhaus. Zusammen mit einem Gehilfen hängt er überall im Haus Zettel auf: „An die Musiker des Berliner Rockhauses“. Darin versucht er, Rockhaus-Gründer und Betreiber Kümmele vor den Musikern madig zu machen und stellt sich selbst als den allzeit um die Sicherheit der Musiker Besorgten hin. Er schätze die Bedeutung des Rockhauses für die Musik und die Stadt. Ein bemerkenswerter Sinneswandel, war doch noch wenige Wochen zuvor in den Schreiben seines Anwalts Gemeinhardt von Räumung und „alternativen Szenarien der Räumung“ zu lesen. Vor diesem Hintergrund entfaltet dann auch die neueste Ankündigung Scharfsteins, kein Musiker solle das Haus verlassen, einen ganz eigenen Reiz.

Musiker antworten Scharfstein

Daraufhin hat Scharfstein über 100 Briefe von Musikern des Rockhauses erhalten. Sie sprechen darin ihrem Betreiber Kümmele das Vertrauen aus und fordern Scharfstein auf, seine Kündigung zurückzunehemen. Da Scharfstein ja eigentlich nur den Betreiber Kümmele (und mit ihm natürlich dessen bis 2023 laufenden Vertrag) loswerden will, aber behauptet, das Rockhaus erhalten zu wollen, ist klar, dass Musiker für solche Manöver wenig übrig haben. Sie wollen einfach nur in Ruhe arbeiten können: „Wir alle, Sie eingeschlossen, haben doch wichtigeres zu tun, als uns noch monatelang mit diesem ganzen Mist herumzuärgern.“